Warum es sich lohnt, über Minimalismus im eigenen Kleiderschrank nachzudenken

Capsule Wardrobe. Wieder hab ich einen neuen Begriff gelernt! Es ist für mich immer sehr erstaunlich und bewundernswert zugleich, was sich Leute alles ausdenken. Deshalb gefällt mir die Idee einer minimalistischen Garderobe, die gleichzeitig auch mehr Nachhaltigkeit zum Ziel hat, sehr gut. Eine so genannte Capsule Wardrobe zu haben, bedeutet, mit wenigen Kleidungsstücken auszukommen, aber trotzdem immer gut angezogen zu sein. Und schließlich geht es nicht zuletzt auch darum, sich nicht im Kleiderschrank auf der Suche nach dem 115. Kleidungsstück zu verlieren.

Ich gebe ehrlich zu, dass ich es selber noch nicht ausprobiert habe, doch meine Ausrichtung beim Kleiderkauf geht seit einigen Jahren eindeutig in die eine Richtung: Weniger ist mehr!

Was eine Capsule Wardrobe ist

Die Mode-Bloggerin Caroline Joy Rector (www.un-fancy.com) schlägt ganz konkret vor, sich für jede Jahreszeit eine Capsule Wardrobe – bestehend aus 37 Teilen – zurecht zu legen. Und zwar:

_ 15 Oberteile

_ 9 Hosen oder Röcke

_ 9 Paar Schuhe

_ 2 Jacken

_ 2 Kleider.

Dazu kommen dann noch Taschen, Accessoires, Schmuck, Schlaf- und Sportkleidung. Caroline empfiehlt, drei Monate lang diese Capsule Wardrobe zu tragen, die Teile miteinander zu kombinieren und aufs Shoppen zu verzichten. Dazu hat sie sogar eine eigene Capsule Builder App und einen Capsule Wardrobe Planner zum Download online gestellt.

Wie das Erstellen einer Capsule Wardrobe funktioniert

ERSTENS: Bevor man sich an das Zusammenstellen seiner eigenen Capsule Wardrobe macht, nimmt man sich ausreichend Zeit und Muße, um vor der Auswahl seiner Kleidungsstücke zu überlegen:

_ Verbringe ich die meiste Zeit mit Kindern (z. B. zu Hause, am Kinderspielplatz, im Kindergarten)?

_ Arbeite ich an einem Arbeitsplatz, der Business-Kleidung verlangt (z. B. Bankwesen, Versicherung, Handelsvertretung)?

_ Verbringe ich die meiste Arbeitszeit in Arbeitskleidung (z. B. Arzt, Hebamme, Krankenschwester)?

_ Arbeite ich online von zu Hause aus?

_ Wie oft hab ich Termine mit Dresscode?

ZWEITENS: Man definiert für seine Capsule Wardrobe sein Farbschema und legt es fest, wie z. B.:

_ Zwei (neutrale) Basisfarben, z. B. Schwarz, Dunkelblau, Grau oder Braun

_ zwei Kontrastfarben, z. B. Rosa und Türkis sowie

_ die Farbe Weiß oder helles Beige.

DRITTENS: Als nächstes räumt man seinen Schrank komplett leer! Nur Wäsche, Socken, Bade- und Sportsachen sowie Accessoires (Gürtel, Schmuck, Taschen, Schals, Handschuhe, Hüte) dürfen wieder zurück in den Kasten.

VIERTENS: Nun sortiert man die Kleidungsstücke nach vier Schwerpunkten und versieht sie mit folgenden Bezeichnungen:

_ „HEISS GELIEBT“: Kleidung, die man jederzeit und gerne trägt und die weder zu groß noch zu klein ist

_ „VIELLEICHT“: Dinge, von denen man sich nicht trennen mag, weil sie mit angenehmen Erinnerungen verbunden sind oder sehr teuer waren

_ „WEG DAMIT“: Kleidung, die man aussortieren möchte (und als Spende weggibt, ein Geschenk daraus macht oder auf dem Flohmarkt oder im Vintage-Laden verkauft)

_ „JETZT NICHT“: Dinge, die man zwar oft und gerne trägt, die aber für die aktuelle Jahreszeit unpassend sind. Die kommen in eine Schublade oder in einen separaten Teil des Schrankes und warten dort auf ihren Einsatz in der entsprechenden Jahreszeit.

FÜNFTENS: Schließlich legt man den „HEISS GELIEBT“-Stapel wieder in den Schrank zurück; alles andere wird weggeräumt. Nur aus diesem Stapel wählt man die nächsten 3 Monate seine Kleidung aus.

SECHSTENS: Kurz bevor eine Saison endet, plant man für die nächste. Eine 3-Monate-Planung kann natürlich nur eine Richtlinie sein, denn das Wetter spielt nicht immer mit der Planung mit. Aber man könnte das Jahr in Frühling (März bis Mai), Sommer (Juni bis August), Herbst (September bis November) und Winter (Dezember bis Februar) aufgliedern.

SIEBENTENS: Man muss das Ganze nicht buchhalterisch streng nehmen, denn wenn es statt 35 vielleicht 38 Stücke pro Saison sein sollen, ist es auch okay. Vielleicht findet man während der Saison doch ein neues Lieblingsteil, das dann ein anderes ersetzen darf. Wichtig ist, dass man nur Teile kauft, die in den „HEISS GELIEBT“-Stapel passen. Und man sollte Spaß an der Sache haben. Dabei immer mal wieder in Erinnerung rufen: Weniger ist oft wirklich mehr!

3 Kommentare zu „Warum es sich lohnt, über Minimalismus im eigenen Kleiderschrank nachzudenken

  1. Ich freue mich sehr über die vielen tollen Feedbacks zu diesem Blogbeitrag! Einige praktische Tipps dazu haben mich nach der Veröffentlichung per eMail oder via Facebook erreicht, deshalb fasse ich sie an dieser Stelle zusammen, damit alle Leserinnen was davon haben:

    Kon-Mari-Methode: Aufräumen mit System; Kleiderschrank organisieren (goo.gl/0g0Dpe)

    KUKLA: Kleidungsstücke, die sich toll kombinieren und umstylen lassen (www.madamekukla.com )

    Elisa Caveletti: entwirft sehr weibliche Kleidungsstücke, von denen ein, zwei Teile schon eine kleine Basisgarderobe mächtig aufwerten können (goo.gl/6tuhSk)

    Falls du noch weitere Tipps hast, dann schreib sie einfach noch darunter.

    Alles Liebe,

    Ingrid

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  2. Es gibt tatsächlich noch eine weitere, wundervolle Idee betr. Nachhaltigkeit: wir tauschen Kleider, anstatt immerzu neue zu kaufen! So hat ein Zirkel von engagierten Frauen (ehrenamtlich) einen Kleidertausch-Rausch auf die Beine gestellt. Du bringst Kleider, die immer noch sehr gut tragbar sind dahin und kannst Dir dafür ein anderes Teil aussuchen – und schon ist die Garderobe neu aufgepeppt! ;0) Solche Kleidertausch-Rausch-Events kann man auch unter Freundinnen organisieren.

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