„Zieh’ dir seine Schuhe an!“ – Wie eine Lebensliebe gelingen kann

Das Thema Beziehung scheint auf den ersten Blick ein sehr widersprüchliches zu sein. Denn einerseits haben noch nie so viele Menschen die Liebe zu einem Lebenspartner so ernst genommen wie heute. Auch das Bedürfnis nach Stabilität und Geborgenheit in der Beziehung war schon lange nicht mehr so groß wie in unserer Zeit. Aber andererseits gehen so viele Beziehungen in die Brüche wie nie zuvor. Was läuft da falsch?

Eine lang andauernde Liebesbeziehung mit deinem Partner kannst du nur dann erfahren, wenn es euch beiden gleichermaßen gelingt, eure Beziehung so befriedigend wie möglich zu gestalten. Denn nur dann ist gewährleistet, dass ihr beide freiwillig und dauerhaft darin verbleiben wollt.

Verliebtsein macht blind

Zu Beginn deiner Liebesbeziehung hattest du vielleicht das intensive Gefühl, deinen Partner schon ewig zu kennen. Denn eure anfängliche Verliebtheit bewirkte, dass ihr einander in der Tiefe eurer Herzen begegnet seid. Ihr seid nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der seelischen Ebene miteinander verschmolzen. Und falls dir auch der Reinkarnationsgedanken vertraut sein sollte: Ja, es gibt oft eine Wiederbegegnung oder ein Wiedererkennen zweier Seelen, die schon in früheren Leben tiefgreifende Erfahrungen miteinander machen durften. Aber diese Wiederbegegnungen finden nicht immer auf eine so romantische Art und Weise statt, wie in verklärt geschriebenen Büchern über Seelengefährten und Dualseelen geschrieben steht. Doch das ist eine andere Geschichte …

Im täglichen Zusammenleben stellt sich nach einiger Zeit dann wirklich heraus, wie tief und dauerhaft eure Liebe ist. Am Anfang eurer Beziehung kannst du über das, was euch nicht verbindet, sondern trennt, noch locker hinwegschauen. Doch mit zunehmender Dauer fällt dir das immer schwerer. Möglicherweise empfindest du irgendwann deinen Partner sogar als fremd und seine Eigenschaften beginnen dich auf einmal zu stören. Diese Erfahrung bringt vielleicht die erste Enttäuschung mit sich und könnte schlimmstenfalls vielleicht auch das Ende deiner Beziehung einläuten. Was also ist zu tun?

„Ziehe dir seine Schuhe an!“

_ Beginne den Partner, seine Welt und seine Denkweise zu erforschen und zu verstehen. Verabschiede dich dabei von dem Gedanken, dass er genauso ist oder sein sollte wie du.

_ Wann immer du das Bedürfnis hast, erzähle deinem Partner von dir, von deinen Empfindungen, Gefühlen, Gedanken und von deiner persönlichen Lebensgeschichte.

_ Sei offen und ehrlich neugierig, wenn dein Partner von sich erzählt. Was immer dir an ihm befremdlich vorkommen mag: Sprich es an! Es ist besser ihn zu verstehen als ihn später einmal dafür zu kritisieren.

_ Gib deinem Partner das Gefühl, dass du sein So-Sein respektierst und achtest, auch wenn du anders denkst, fühlst und handelst als er.

_ Fühle dich in ihn hinein und versuche, das Leben mit seinen Augen und mit seinem familiären/gesellschaftlichen Hintergrund zu sehen und zu verstehen. Versuche die Welt vorübergehend nicht mehr aus deiner, sondern aus seiner Perspektive zu betrachten. Zieh dir sozusagen „seine Schuhe“ an.

_ Akzeptiere sein Anderssein als wichtige Erfahrung und wertvolle Bereicherung für deine Sichtweise und deine Lebensphilosophie. Du musst deshalb keinen seiner Werte übernehmen, wenn sie für dich nicht stimmig sind, aber sei zumindest offen dafür!

_ Empfinde ehrliches und aufrichtiges Interesse für deinen Partner, auch wenn du meinst, ihn schon in- und auswendig zu kennen. Und versuche, deinen Partner immer wieder aufs Neue für dich zu entdecken!

 

2 Kommentare zu „„Zieh’ dir seine Schuhe an!“ – Wie eine Lebensliebe gelingen kann

  1. tja, hört sich ja schön an..und wenn der Partner gar kein Interesse an der eigenen Lebensgeschichte hat?
    Und was tun, wenn er meine Kinder nicht mag??

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    1. Dass an einer Partnerschaft immer beide ehrliches Interesse haben sollten, um im Bedarfsfall an ihr zu arbeiten, das ist klar. Man kann jedoch niemanden dazu zwingen. Die Voraussetzung für eine glückliche, harmonische und erfüllte Beziehung liegt immer in den Händen von zwei Menschen… einer alleine kann zwar aufzeigen, bewusst machen und an sich selber arbeiten, aber wenn der zweite nicht mitzieht, dann ist das auf Dauer leider zu wenig!

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