Wie viel von Göttin Hera steckt in dir?

„In allererster Linie repräsentiert der Hera-Archetypus die Sehnsucht einer Frau nach dem Status der Ehefrau“[1], las ich neulich in einem Buch. „Wie unzeitgemäß ist das denn?“, höre ich gleich einige meiner weiblichen Geschlechtsgenossinnen fragen. Denn die Anzahl der Frauen, die die Ehe für ein überholtes Konzept halten, ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen.

Die Psychologin Jean Shinoda Bolen kennt jedoch das Leiden vieler „Hera“-Frauen, die in ihrem Leben keinen Mann finden, der für sie eine wichtige Rolle spielt und die sehr unter diesem Umstand leiden. Ja, manche von ihnen schämen sich sogar dafür. Denn sie haben den starken Drang nach einer festen Beziehung, der sie in den Stand der Ehefrau „erhebt“ und ihnen das Prestige und die Ehre einer verheirateten Frau vermittelt. Nur mit jemandem zusammenzuleben ist ihnen viel zu wenig.

Wie du in meinen Blogbeiträgen nachlesen kannst, trägt jede Frau nicht nur einen, sondern mehrere weibliche Archetypen in sich. Deshalb gibt es den einen klassischen Typus natürlich nicht. Denn auch die typischste „Hera“-Frau trägt Anteile von Aphrodite, Artemis, Demeter oder Persephone in sich, und das macht sie dann so einzigartig.

Um uns und unsere Verhaltensmuster besser zu verstehen, hat Jean Shinoda Bolen die verschiedenen weiblichen Persönlichkeitsaspekte nach Göttinnen benannt und in ihrem Buch „Göttinnen in jeder Frau. Psychologie einer neuen Weiblichkeit“ portraitiert. Und nicht nur die weiblichen Aspekte, sondern auch die männlichen. Nachzulesen in ihrem Buch „Götter in jedem Mann: Besser verstehen, wie Männer leben und lieben“.

Doch nun schauen wir einmal, wie sich die Hera-Persönlichkeitsaspekte in uns Frauen zeigen können. Achte jedoch darauf, dass du bei deinen Überlegungen, welche Göttinnen-Aspekte du in dir trägst, nicht in eine Bewertung oder in ein klischeehaftes Denken hineinrutschst. Meine Angaben sollen dir nur als Anregung dienen.

HERA-SEELENASPEKTE: EINE KURZBESCHREIBUNG IM TELEGRAMMSTIL

Frauen mit besonders typischen Hera-Aspekten: z. B. Nancy Reagan, die sich ausdrücklich als Ehefrau von Ronald Reagan definierte, sowie zahlreiche andere Frauen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten und Zeitepochen

Typisch für die Aphrodite-Frau: Ausbildung ist zweitrangig – lebenslange Suche nach dem Idealmann – definiert sich über den Ehemann – stellt sich in der Beziehung/ in der Familie in den Hintergrund – verzichtet auf Beruf/Karriere zugunsten der Ehe – hält am Idealbild ihrer Ehe/ihres Mannes um jeden Preis fest – Mann ist unumstrittener Lebensmittelpunk – Sexualität kann zur Pflichterfüllung werden – hält an der Ehe fest, auch wenn diese gescheitert ist

Schattenseiten: Verdrängung eigener Bedürfnisse – Unselbstständigkeit – wenig oder keine Eigenverantwortung – Entscheidungsunfähigkeit – Anpassung – Unterwürfigkeit – wenig eigene Interessen – steckt in Opferrolle fest – fordert und manipuliert im Verborgenen – lebt ihre Schattenseiten sehr verdeckt aus

In einem meiner nächsten Blog-Beiträge werde ich dir die Göttinnen-Aspekte von Athene vorstellen.

[1] Vgl. dazu: Murray Stein „Hera“, Spring 1977, S. 108

Ein Kommentar zu „Wie viel von Göttin Hera steckt in dir?

  1. Ich hab die Hälfte des Artikels gelesen und mir so gedacht: wieso suchen diese Frauen sich nicht einfach eine Frau? Ist doch die perfekte Lösung. Kein Stress mit Machos oder männlichem Imponiergehabe. Nur Liebe, soweit das Auge reicht. Und die gesellschaftlichen Erwartungen… wären dann auch mehr oder minder erfüllt! 💗

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