Unterschiedliche Toleranzschwellen – Zündstoff in Beziehungen

Menschen haben unterschiedliches Schmerzempfinden. Während – bei gleicher Schmerzstärke – der eine schon ganz laut „Au“ schreit, zuckt der andere noch nicht einmal mit den Wimpern.

Ähnlich verhält es sich mit der Toleranzschwelle. Es gibt Menschen, die eine sehr niedrige Toleranzschwelle haben und die tun sich im Umgang mit anderen eher schwer. Denn sie haben genaue Vorstellungen davon, wie ein anderer Mensch oder eine Beziehung zu sein hat, nach welchen Regeln sie funktionieren sollte, was im Umgang miteinander akzeptabel ist und was nicht. Sie verfolgen entweder extrem hohe ethische Werte – oder sie sind sehr selbstbezogen.

Menschen mit einer sehr hohen Toleranzschwelle hingegen stehen über den Dingen und sind anderen Menschen und ihrem Verhalten gegenüber sehr großzügig – oder die anderen sind ihnen schlichtweg egal.

Unterschiedlich hohe Toleranzschwellen führen zu Zündstoff in Beziehungen

In Freundschaften und Partnerschaften können unterschiedlich hohe Toleranzschwellen immer wieder zu großen Spannungen führen. Dabei geht es nicht primär um Meinungsverschiedenheiten, wie z. B. ein stark differierendes Weltbild oder eine unterschiedliche Lebensphilosophie, sondern um die Art und Weise, wie mit unterschiedlichen Meinungen und Erwartungen umgegangen wird.

Während ein Partner eine bestimmte Linie strikt vertritt (egal, ob es sich dabei um Kindererziehung, Beziehungsspielregeln oder Essgewohnheiten handelt), dessen Einhaltung er vom anderen mit Bestimmtheit einfordert, ist der andere Partner großzügig und möchte sein Gegenüber in seinem Denken, Tun und Handeln nicht beschränken oder einengen.

Wer tut sich leichter?

Ist es nun besser, eine höhere oder niedrigere Toleranzschwelle zu haben? Diejenigen, die anderen gegenüber großzügig, tolerant und verständnisvoll sind, tun sich sicherlich leichter im Leben. Vorausgesetzt, die Grundlage dafür ist ehrliche Toleranz und nicht Desinteresse am anderen. Diejenigen mit einer sehr niedrigen Toleranzschwelle werden öfter die Erfahrung machen, dass Freundschaften und Beziehungen zerbrechen, weil andere nicht bereit sind, sich ihren Maßstäben anzupassen oder zu beugen.

Beim nächsten Beziehungsknatsch also nicht nur auf die Meinungsunterschiede achten, sondern auch auf möglicherweise unterschiedlich hohe Toleranzschwellen. Nicht zuletzt sollte man aber auch auf eine ausgewogene Toleranz sich selbst gegenüber bedacht sein, denn sie ist die Grundlage für eine gesunde Selbstliebe.

 

 

 

 

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