Wie ich dem Weihnachtsblues entkam

Ich erinnere mich noch sehr genau an das erste Weihnachten nach meiner Trennung von meinem Ex-Mann – damals, vor mehr als 20 Jahren. Als eingefleischter Weihnachtsfreak war es eine ganz neue Erfahrung für mich, den Heiligen Abend ganz alleine zu begehen. Zwar hatte ich nur eine vage Ahnung davon, worauf ich mich da einlassen würde, aber ich wollte diese Erfahrung unbedingt machen, um mich und meine emotionale Stabilität oder Instabilität besser kennenzulernen.

Am späten Nachmittag des 24. Dezember bereitete ich ein kleines Abendessen vor, kühlte ein Fläschchen Prosecco ein und stellte meine Weihnachtskekse auf den Tisch, die mir meine Mutter mitgegeben hatte.  Ein schön verpacktes Buch legte ich als mein eigenes Weihnachtsgeschenk  unter meinen Mini-Christbaum – und wartete gespannt auf den Heiligen Abend.

Wie würde es mir wohl an diesem Abend gehen? Mutterseelenallein (zwar freiwillig – aber immerhin), frisch getrennt, ohne Kinder, das erste Weihnachten meines Lebens als Single.

Um 18 Uhr hörte ich im Radio das Lied „Stille Nacht“, das in meiner Kindheit immer das Weihnachtslied in unserer Familie war. Wurde das gesungen, wussten wir Kinder: Jetzt hat der Heilige Abend begonnen.

Was soll ich euch sagen? Es war ein ruhiger Abend, ohne Sentimentalitäten und ohne Traurigkeit – und auch der befürchtete Weihnachtsblues blieb völlig aus. Ich genoss mein erstes Single-Weihnachten ganz entspannt und war sehr stolz auf mich, es ohne emotionalen Absturz zu erleben.

In einem der darauffolgenden Jahre – meine Kinder verbrachten den 24.12. immer abwechselnd bei ihrem Vater bzw. bei mir – ging dann endlich auch ein langgehegter Wunsch in Erfüllung…

Es war schon immer ein großer Traum von mir gewesen, den Heiligen Abend an der Seite einer mir völlig fremden Frau, die ihr Kind alleine zur Welt bringen musste, im Kreißsaal zu verbringen. Durch die Fürsprache einer lieben Bekannten beim Leiter der Geburtenabteilung im größten österreichischen Krankenhaus erhielt ich dann tatsächlich die Erlaubnis, bei einer Geburt dabei zu sein. Es war ein unvergessliches Erlebnis für mich als Mutter zweier halbwüchsiger Kinder, in der Heiligen Nacht zwei Geburten „passiv“ mitzuerleben und sie zumindest energetisch zu begleiten. Schöner und bewegter hätte ich den Weihnachtsabend nicht verbringen können.

Seit dieser Zeit weiß ich, dass man Weihnachten ganz alleine und trotzdem sehr glücklich verbringen kann. Anstatt sich selber zu bemitleiden, sollte man diese Zeit besser ganz bewusst erleben.

Falls du schon jetzt einen Bammel vor Weihnachten hast: Vielleicht gibt es ein soziales Projekt, das du unterstützen möchtest, vielleicht willst du Weihnachten mit (alleinstehenden) Freunden verbringen oder vielleicht zelebrierst du diese Stunden ganz alleine. Wenn du mit dir im Reinen bist und inneren Frieden mit deiner Lebenssituation geschlossen hast, dann wird es mit Sicherheit ein Fest der Freude und des Glücklichseins!

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s